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Kompetenzlehrgang des Saarländischen Ju-Jutsu Verbandes e.V.

Am 8. Mai 2010 hieß es bereits zum 4. Mal in Folge: Herzlich willkommen zum Kompetenzlehrgang des Saarländischen Ju-Jutsu Verbandes e.V. Mehr als 50 Ju-Jutsuka aller Graduierungen aus dem Saarland und den Nachbarverband Rheinland-Pfalz sind der Einladung des Lehrreferenten des Saarlandes, Martin Bronder, gefolgt, um unter kompetenten saarländischen Ju-Jutsu Trainern zu trainieren. Martin Bronder hat in diesem Jahr neben Armin Wagner, 5. Dan einen Debütanten im saarländischen Lehrteam eingeladen. René Sallier (4. Dan Ju-Jutsu und Jiu-Jitsu, 3. Dan Judo) vom JC Ford Saarlouis durfte seinen ersten Lehrgang vor saarländischem Publikum geben. René war auch gleich als erster Referent auf der Matte. Sein Thema war unterschiedliche Wurfeingänge am Beispiel des Seoi Nage mit seinen Varianten. Beim Aufwärmen baute er bereits Übungsformen ein, die die unterschiedlichen Eingangsformen verdeutlichen. 

René legte großen Wert darauf, dass Würfe ganz klar den Gesetzen der Physik unterliegen und alle die gleichen Wurzeln im Jiu-Jitsu haben. Weder im Judo noch im Ju-Jutsu werden die Würfe neu erfunden.

Nach dem in Übungsformen Bewegungen von Tori zum Wurfeingang ausgenutzt wurden ging René dazu über auch einmal kurz auf den Kampf um den richtigen Griff aus dem Wettkampf-Judo ein. Er demonstrierte, dass hier, wenn auch gut versteckt, mit Handhebeln gearbeitet wird, um den Gegner zu einer „Ausweichbewegung“ zu zwingen, die man zu eigenen Gunsten ausnutzt, sprich in den Wurf einsteigt. Im weiteren Verlauf zeige er dann noch Möglichkeiten in Verbindung mir Armbeuge- und -streckhebeln Seoi Nage zu werfen.

Nach ca. 60 Minuten Training, erschien dann plötzlich der Präsident des Saarländischen Ju-Jutsu

Verbandes, Gerhard Metzler am Mattenrand. Oft ist nur die Tatsache, einfach nur einmal Präsenz an der Basis zu zeigen, an diesem Tag jedoch, hatte er noch eine Überraschung für einen verdienten saarländischen Ju-Jutsuka in der Tasche. Nach eine kurzen aber bewegenden Ansprache, überreichte Gerhard Metzler im Namen des Deutschen Ju-Jutsu Verbandes die Ernennungsurkunde zum 6. Dan Ju-Jutsu an den langjähren Landeslehrreferenten Martin Bronder.

Nach dieser kurzen freudigen Unterbrechung setzte René Sallier dann sein Programm fort. Der anschliessende Applaus zeigte, dass René mit seinem Debütlehrang angekommen ist und sicher ein fester Bestandteil im saarländischen Lehrgangsleiterteam wird.

Nach 20 minütiger Pause übernahm der Landestrainer Fighting, Armin Wagner, die Gruppe. Armin, der selbst vor einigen Jahren ein überaus erfolgreicher Ju-Jutsu-Fighter war, wird von den meisten als Landestrainer Fighting, in der Regel als Referent für Wettkampfthemen eingeordnet. Im Grunde sollte an diesem Tag allerdings genau das Gegenteil der Fall sein. Er begann seine Einheit mit einem kurzen theoretischen Teil. Er erklärte, das insbesondere Wettkämpfer aus dem relativ breiten Spektrum der Atemitechniken nur einen sehr kleinen Teil trainieren. Sei es weil es sich um Spezialtechniken des Kämpfers handelt oder weil ein nicht geringer Teil von Atemitechniken schlicht vom Regelwerk ausgeschlossen sind, weil die Verletzungsgefahr für die Sportler ansonsten zu hoch wäre. Nun sammelte er Atemitechniken, die dem Teilnehmerkreis bekannt sind. Damit alles in die Einheit passte, beschränkte er sich ausschließlich auf Techniken mit der Hand oder der Faust.

Nachdem die Techniken noch einem von Armin vorgegebenen Muster sortiert waren, ging es wieder ans Praktische. Alle Teilnehmer sollten nun innerhalb einer Pendelbewegung die sortierten Liste „abarbeiten“ mit dem Hinblick immer im Wechsel rechts und links zuarbeiten und mit möglichst ökonomischen Bewegungen alle Techniken nach einander zu schlagen. Dies wurde zunächst allein, später auch mit einem Partner geübt. Nach dieser erneuten Aufwärmphase, ging Armin dann zu Kombinationen nach einem Angriff ein. In dieser Übungsformen legte er Wert darauf, dass man möglichst ökonomisch auf die Außenseite des Angreifers kommt und von dort aus dann möglichst viele Atemi aus der Sammlung anbringt, natürlich unter Anwendung der passenden Bewegungsformen. Während die unteren Graduierungen so langsam an eine interessante Trainingsform herangeführt wurden, fanden die weiter Fortgeschrittenen und Dan-Träger zu äußerst interessanten Technikketten. Auch diese Einheit verging wie im Flug und die Lehrgangsteilnehmer danken den Referenten mit langem Applaus.

Dass Martin Bronder mit der Idee des Kompetenzlehrgangs wieder zu 100% richtig lag, zeigte nicht zuletzt die hohe Teilnehmerzahl und insbesondere die hohe Anzahl von anwesenden Danträgern. Viele mit dem Vorsatz nach Hause gefahren, auch im nächsten Jahr wieder beim saarländischen Kompetenzlehrgang dabei zu sein und natürlich wird der wieder in Bous stattfinden.

Die Fotos des Lehrgangs sind wie üblich in unserer Bildergalerie abgelegt. Bei Interesse an Dateien in voller Auflösung, einfach eine Mail an unseren Webmaster senden.